Hier ist, warum das erste iPhone kein Kopieren und Einfügen hatte


Apple hat vor 15 Jahren das erste iPhone vorgestellt und seitdem hat sich viel verändert. Wir diskutieren jetzt Gerüchte über das nächste iPhone mit 8K-Video und einem neuen Display, aber es ist schwer zu glauben, dass das iPhone früher nicht einmal Optionen zum Kopieren und Einfügen hatte. Jetzt ehemaliger Apple-Softwareingenieur und -Designer Ken Kocienda hat Details darüber enthüllt, warum das erste iPhone solche Funktionen nicht hatte.

Kocienda, der 2001 zu Apple kam, war einer der Schlüsselingenieure hinter dem iPhone. Vor seiner Arbeit am iPhone gehörte Kocienda dem Team an, das Apples Safari-Webbrowser erstellte – was ihm eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Apples erstem Smartphone sicherte.

Jetzt, da sich das iPhone seinem 15. Jahrestag auf dem Markt nähert, beschloss der ehemalige Apple-Ingenieur, einige interessante Geschichten darüber zu erzählen, wie Apple das erste iPhone entwickelt hat. Einer von ihnen enthält Details darüber, warum sich das Unternehmen entschieden hat, sein erstes Smartphone ohne Kopier- und Einfügeoptionen auszuliefern.

Dafür war keine Zeit.

Kociendas kurze und lustige Erklärung ist, dass Apple-Ingenieure keine Zeit hatten, Kopieren und Einfügen auf dem ersten iPhone zu implementieren. Aber natürlich geht die Geschichte darüber hinaus.

Ihm zufolge war das Team bereits damit beschäftigt, die virtuelle Tastatur des iPhones und das Autokorrektursystem zu erstellen. Nachdem das iPhone auf den Markt kam, beschlossen Kocienda und sein Team schließlich, an Optionen zum Kopieren und Einfügen zu arbeiten, aber es dauerte noch eine Weile, bis die Funktion für Benutzer bereit war.

Der Ingenieur erklärt, dass er auf die Idee der „vergrößernden Textlupe“ gekommen sei, um Benutzer wissen zu lassen, wohin genau sie mit dem Textcursor zeigten, was für das Kopieren und Einfügen von entscheidender Bedeutung war. Doch selbst mit dieser klassischen virtuellen Lupe bewegte sich der Cursor aufgrund des natürlichen Flackerns zwischen den Zeichen, nachdem der Benutzer den Finger vom Bildschirm genommen hatte.

Kocienda musste ein „Touch History Log“ nur für die Textbearbeitung entwickeln. So erkannte das System nach dem Abheben des Fingers vom Bildschirm Millisekunden nach der letzten Berührung automatisch die Position des Fingers des Benutzers, sodass der Cursor dort blieb, wo der Benutzer ihn wirklich haben wollte.

Ein weiteres interessantes Detail des Texteingabesystems auf dem iPhone ist, dass laut dem ehemaligen Apple-Ingenieur alle formatierten Texte ursprünglich auf WebKit basierten. Dies bedeutet, dass jedes Mal, wenn eine App eine benutzerdefinierte Schriftart verwendete, im Grunde eine winzige Webseite zum Rendern des Textes angezeigt wurde. Wenn sich die Textfelder nicht im Bearbeitungsmodus befanden, zeigten sie ein statisches Bild ihres Inhalts – wahrscheinlich, um CPU, RAM und Batterie zu sparen.

Optionen zum Kopieren und Einfügen wurden 2009 als Teil von iPhone OS 3.0 eingeführt, das standardmäßig auf dem iPhone 3GS vorinstalliert war. Apple erstellte damals sogar eine TV-Werbung, in der die neue Funktion hervorgehoben wurde.

Weitere Leckerbissen zum ersten iPhone

Kocienda teilte auch einige andere Leckerbissen über die Entwicklung des ersten iPhones mit. So fehlte dem iPhone beispielsweise nicht nur wegen des geringen Arbeitsspeichers, sondern auch wegen des fehlenden virtuellen Speichers echtes Multitasking. Ingenieure mussten ein System namens „Jetsam“ erstellen, um das iPhone zu zwingen, jeweils eine einzelne App auszuführen, wobei andere Hintergrundprozesse automatisch beendet werden, um Leistungsprobleme zu vermeiden.

Da Touchscreen-Geräte nicht gerade beliebt waren und es an taktilem Feedback mangelte, implementierte das iPhone-Team einen virtuellen Bereich, der größer ist als die auf der Benutzeroberfläche angezeigten Schaltflächen. Als solches erkennt das iPhone Berührungen auch dann, wenn der Benutzer die Schaltfläche auf dem Bildschirm nicht genau berührt.

Dieses System war auch für die Autokorrekturfunktion der Tastatur wichtig, da es die Buchstaben identifiziert, die denjenigen umgeben, auf den der Benutzer getippt hat, um das falsch geschriebene Wort durch das richtige zu ersetzen.

Kocienda erklärt auch, dass die Wahrnehmung der Benutzer, wo sie mit ihren Fingern berühren, anders ist, als wo der Finger tatsächlich berührt, und das System musste darauf vorbereitet werden.

Diejenigen, die daran interessiert sind, mehr über den iPhone-Entwicklungsprozess zu erfahren, sollten unbedingt Kociendas Buch lesen: „Creative Selection: Inside Apples Designprozess während des goldenen Zeitalters von Steve Jobs.“

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